Donnerstag, 2. Januar 2014

Goð hugmynd

"Schau dir das Leben aus neuen Perspektiven an!", dachte ich mir und warf mich den Schafen zum Frass vor. Sehr verlockend kann dieses Angebot nicht gewirkt haben, denn anstatt sich wie hungrige Raubtiere auf mich zu stuerzen, ergriffen sie panisch die Flucht. Wenig spaeter jedoch war ich von einem Kreis neugieriger Gesichter umringt. Sich aus ihrem Sicherheitsabstand herauswagend, kamen sie immer naeher. Und naeher. Es geht doch nichts ueber eine Schafnase, die begutachtend auf dich herabsieht und dir freundlich ins Gesicht pustet. Waehrend sie interessiert ueber mich hinwegschnobert, faellt mir auf, dass nur der Unterkiefer von Zaehnen geschmueckt wird. Ein pruefendes Auge wirft mir einen "Schwester-Ingeborg-3-1-braucht-'ne-Fuellung"-Blick zu. An laengst vergessene Zahnarztstuhltraumata erinnert, fahre ich auf. Die angehenden Götter in weiß stieben auseinander. Sie ziehen das gewoehnliche Heu eindeutig vor.
Was so ein kleiner Kopf fuer eine Aufregung aushalten muss! Meinen Eigenen habe ich juengst vor eine nicht geringe Aufgabe gestellt. Sieht man sich einen französischen Film mit islaendischen Untertiteln an, kann man sich vollkommen in Sprachschubladen verheddern. Aus der Französischen quellen verstaubte Vokabelzettel, welche sich allerdings nicht dem Genuschel der Schauspieler anpassen wollen. Die Islaendische ist noch ganz frisch, haelt aber auch nur eine geringe Auswahl parat. Auf dem Gipfel der Verwirrung wird die englische Schublade aufgerissen. Zu frueh gefreut, das war ein Anglizismus. Meinen im Dreieck springenden Sprachsensor ignorierend, fokussiere ich lieber auf das Auge. Bilder reden schliesslich auch. Problem besiegt, Film geliebt!

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