Mittwoch, 27. November 2013

Hvað er klukkan?

Tick tack tick tack. Islaendische Uhren ticken definitiv schneller. Wie sonst konnten drei Monate verschwinden, als waeren sie eine Karamellschnecke in der Reichweite von Prinzessin Kuh? Dass die Haelfte meiner Zeit hier schon um sein soll, beunruhigt mich. Lenken wir uns also mit einem kleinen Résumé ab. Das islaendische Wetter ist abwechslungsreich. Ueberraschend abwechslungsreich. Jeden Morgen darf man gespannt aus dem Bett huepfen. Sonne, Schnee, Nebel, Regen? Das Gluecksrad wuerde nicht anders entscheiden. Manchmal leiht es sich sommerliche Temperaturen aus. Ob ihr es glaubt oder nicht. Am 26. November 2013 um 18 Uhr wehte ein launischer Westwind 20,1 °C herueber. Soviel zu der Frage mit den Iglus. Ja, es wird immer spaeter hell und immer frueher dunkel. Das ist jedoch kein Grund zur Panik. Kleine Siebenschlaefer bekommen so endlich die Gelegenheit, sich des Aufstehens bei Sonnenaufgang zu ruehmen.
Das Nahrungsangebot ist reichlich und wider Erwarten sehr vegetarierfreundlich. Das Zauberwort heisst Grænmetisbuff. Auch der kleine Supermarkt hat deutsche Bioprodukte. Das Geld ist eigentlich zu huebsch zum Bezahlen. Die Sprache hat mindestens so viele verzwickte Grammatikregeln wie unsere.
Ueberall trifft man auf Unikate. Vierbeinige und Zweibeinige. Ich moechte beide nicht missen. Eigentlich gar nichts.  

Donnerstag, 21. November 2013

An Bord

Wenn alle Strassen unter einer dicken Schneeschicht liegen, sind das Meer und und kleines Postboot das einzige Verkehrs-und Transportmittel. Zweimal in der Woche kommen Post und Lebensmittel aus Neskaupstaðir, einem Fischerort, der erst im Januar wieder direkten Sonnenschein sehen wird. Bis dahin ist die Sonne zu niedrig und der Berg, der den Fjord umgibt, zu hoch.
Zugegeben, eine eher triste Beschreibung. Wer haette also gedacht, das sich in diesem Winkel Islands ein Baumarktinhaber verbirgt, der gleichzeitig Autohaendler ist und regelmaessig in Norddeutschland bei einer alten Dame Kaffee trinkt? Die Welt ist klein und wunderlich. 
Mich hat er gleich als deutschen Touri enttarnt. Woran das wohl liegt? Nun ja. Wenn man als Einzige zu Fuss auf den vereisten Strassen unterwegs ist und alles fotographiert, was bei drei nicht auf dem Baum oder besser gesagt Strauch ist...


Mittwoch, 13. November 2013

Back to school

Die letzte Woche brachte eine kleine Ueberraschung mit sich. Die Schule des Fjordes veranstaltete einen Tag der offenen Tuer. Das ganze Dorf war eingeladen. Ich auch.
Die an mich adressierte Karte war bunt bemalt und von allen Schuelern unterschrieben. Allen fuenf.
Es sind zwei Maedchen und drei Jungen. Einer von ihnen ist der Sohn der Lehrerin, welche Schulleiterin, Koordinatorin und Kollegium in einer Person darstellt. Sie unterrichtet alle Faecher ausser Sport. Dafuer gibt es ihren Mann. Was sich wie ein irrwitziger Traum eines deutschen Gesamtschullehrers anhoert, ist manchmal islaendischer Alltag. Keine Sekretaerin, kein Tratsch im Lehrerzimmer, keine Klassenkonferenz. Aber auch keine Stapel unkorrigierter Arbeiten von Schuelern, deren Namen sich keiner merkt.
Was ist allerdings mit der allseits beliebten Gruppenarbeit? Fuer dieses Problem fand sich zumindest an diesem Abend eine integrative Loesung. Wozu hat man schliesslich deutsche Gaeste? Richtig! Um mit Ihnen Pantomime, Memory und Schnitzeljagd zu spielen. Þetta er gaman!

Dienstag, 5. November 2013

Kvikmynd


"Lalala lalala lalala la lalala laaa lalalala la lala la la lalaaaa...Jau! Unser Aschenbrödel! Hurraaa!" Wenn ich es mir recht ueberlege, haette man das Maerchen eigentlich auch hier drehen koennen. Wir haben Schnee, galoppierende Pferde, zu Eiszapfen erstarrte Wasserfaelle und als Zugabe sogar eine Herde Schafe. Prinzessin Kuh erfuellt alle Vorraussetzungen einer garstigen Stiefmutter, der Leuchtturm verwandelt sich in ein Schloss und ob Aschenbrödel nun ein goldenes Pantoeffelchen oder einen Gummistiefel verliert, ist nur eine Frage der Interpretation.  Bevor ich mich jetzt aber ganz in meinen verrueckten Ideen verliere, schreibe ich lieber, wie es mir in der vergangenen Woche ergangen ist. Zuerst gab es einen kleinen Stromausfall, den wir aber mit Hilfe eines Generators und einiger Kerzen wunderbar ueberstanden haben. Dann wurden ein paar islaendische Baeume zu Feuerholz verarbeitet. Und heute habe ich Kekse gebacken. Mit Blaubeeren natuerlich.