Samstag, 31. August 2013

Undurfagur Ruglingur

Smauri, Saga, Spola, Saumur, Seifur, Skutla, Spirtna...durch meinen Kopf wirbeln islaendische Hundenamen. Das Wirbeln scheint sich in letzter Zeit zu einer festen Angewohnheit zu entwickeln. Islaendisches Fernsehen, islaendische Zeitung, islaendische Menschen. Ich haette nicht gedacht, dass ich mich jemals ueber einen deutschen Beitrag im Radio derart freuen wuerde.
Zum erstenmal in meinem Leben bin ich Auslaender. Aber das machts nichts. Bis jetzt habe ich nur freundliche Menschen kennengelernt, die mich willkommen geheissen haben. Das aendert allerdings nichts daran, dass ihre Gespraeche wie Wasserfaelle an mir vorbeirauschen. Eine empfehlenswerte Erfahrung fuer jeden, der gern zu sagen pflegt : "Die sollen gefaelligst erstmal die Sprache lernen." ahahahamuhmuhmuh
Das wirkt schon irritiernd, wenn dein Gegenueber seinen Satz mit "Jaujaujaujau"anfaengt.

Aber Kopf hoch, wenn ich zurueck bin, rede ich vielleicht genauso. Die umliegende Natur macht alles wieder wett. Verpflegung auf Wanderungen ist nicht noetig. Aus jeder Quelle kann man trinken und ausserdem latscht man sowieso an Tonnen von Blaubeeren vorbei. Beobachtet wird man nur von verwundert dreinblickenden Schafen.
Das Meer ist mein staendiger Begleiter. Ebenso die Hunde, die wie Pfeile ueber die Klippen rasen. Ich klettere natuerlich nur vorsichtig hinterher. 
Zwei von meinen elf Rabauken.
Am Mittwoch habe ich Nordlichter gesehen. Es ist, als wuerde jemand ueber den Nachthimmel malen.

Neueste Erkenntnisse:
eine Gitarre klingt auch mit 5 Seiten,
du kannst dein Auto ruhig fuer einen Moment auf der Strasse parken,
wenn du ein Schaf siehst, hupe!,
wenn du nichts verstehst, laechle.




                                  

Samstag, 24. August 2013

Lebenszeichen

So. Immer huebsch der Reihe nach. Wundert euch bitte nicht ueber die Rechtschreibung. Ich finde auf dieser Tastatur kein ue. Also mache ich es ganz historisch.
Dienstag frueh machte sich die Faehre in Richtung Island auf. Dort hat sie mich nach 2 Tagen auch ordnungsgemaess abgeliefert. Die Armen Irren, die aus Deutschland in die Einsamkeit fluechten wollen. Vergesst es! Die deutschen Rentner erobern jedes Land dieser Erde. Die Faehrfahrt habe ich trotzdem gut ueberstanden. Wenngleich Seegang und Westerwelleinterviews eine gefaehrliche Kombination ergeben! 



Der zweite von rechts ist mein geduldiger Reitlehrer.

Wenn man nach Dalatangi fahren will, muss man waghalsig in Serpentinen ueber einen Pass fahren. Trotzdem rechne ich jede Minute damit, dass hier ein Reisebus auftaucht. Deutsche Rentner haelt eben nichts auf!
Hier ist seit meiner Ankunft schon viel passiert. Ich habe eine Blechscheune gestrichen, mit 5 islaendisch plappernden Menschen an einem Tisch gesessen (einer davon war 99 Jahre alt!), ein paar Worte gelernt, mich vom Sturm wegpusten lassen, Pferde gefuettert, die erste Reitstunde erhalten, mit den Hunden trainiert, Gitarre gespielt und Blaubeeren gepueckert.
Oh ja! Blaubeermarmelade, Blaubeerkuchen, Blaubeeren gefrostest, Blaubeeren pur.
Ich koennte einen Dalatangi Daily Blog schreiben, wenn ich die Zeit dazu haette. Da ich sie aber nicht habe, geht es nun in die Falle. Bis zum naechsten Sabbat, meine Getreuen!
  

Samstag, 17. August 2013

"Auf, auf!", sprach der Fuchs zum Hasen

Dies ist die erste Ausgabe des Dalatangi Weekly. Die Redakteurin sitzt zwar noch in Deutschland fest, möchte ihrer Vorfreude und Ihrem Lampenfieber aber schon vor Antritt der Reise Ausdruck verleihen.

Ein Teil von mir kann es kaum erwarten, die Fähre zu betreten, der andere würde sich am liebsten unter dem Sofa verkriechen und eine Weile nicht mehr hervorkommen. Ich denke aber doch, dass sich der Letztere fügen wird.
Meine bessere Hälfte hat sich heute Morgen wie gewohnt unzählige Male in einen Tümpel gestürzt, sich beim hastigen Treppenhochrasen fast die Beine gebrochen und schläft nun den Schlaf der satten Unwissenden.
Wie ist es überhaupt gekommen, dass ich mich morgen in den hohen Norden aufmache und auch noch den ganzen Winter dort verbringe? Wirklich erklären kann ich es nicht. Ich kann nur Danke dafür sagen, dass ich die Gelegenheit zu dieser einmaligen Erfahrung bekomme.
Ich kann nur sagen: Kinder, lernt fleißig Englisch! Denn es wird die Zeit kommen, da es euch ungeahnte Türen öffnet. Und lasst keine Brotscheiben unbeaufsichtigt im Herd liegen, wenn ihr sie nur mal eben rösten wolltet. Auf diese Weisheiten erschöpft sich momentan mein unsteter Geist.
Meine lieben Freunde, ich bin nicht aus der Welt. Bis ich wieder ein wenig näher in der Welt bin, werden wir wohl oder übel hiermit vorlieb nehmen müssen.
Sollte mich jemand auf meinem Weg nach Island zufällig sehen: Ich bin der Zipfel wind- und wasserdichter Outdoorjacke, der unter Rucksack, Koffer, Gitarrentasche und Beutel hervorschaut.

Bis zur nächsten Ausgabe grüßt herzlich

Sabine

P.S. Dann kann ich auch berichten, was ich alles vergessen habe. Ich hoffe, nicht allzu viel. Damit niemand auf falsche Gedanken kommt, werde ich hier ein Bild meiner besseren Hälfte veröffentlichen.