Freitag, 31. Januar 2014

Alveg rólegur!


Die huetenden Zehn sind wieder komplett. Allerdings muss das neue Mitglied names Alf noch an seiner Geduld arbeiten. Wer eine Herde Schafe zusammenhalten will, darf nicht drauflosstuermen, als gaebe es ein Eis mit heissen Kirschen zu gewinnen. Vorrausschauende Besonnenheit ist gefragt. Eigentlich kann man mit diesen Schafen gar keine Hunde mehr trainieren. Die haben den Braten laengst gerochen und bleiben dem Schaefer immer auf den Fersen.  Also lehrt man den Hund, einem die Herde erst vom und dann wieder an den Hals zu schaffen. Denn wer will schon vor seinen eigenen Schafen davonlaufen? Alf hat den Dreh bestimmt bald raus.

Ich waehrenddessen kann stolz von mir behaupten, die islaendischen Zahlen bis 100 zu beherrschen. Diese Faehigkeit wurde mir zumindest beim letzten Spieleabend in der Schule bestaetigt. Bingo, Bingo, Bingo!
 

Donnerstag, 23. Januar 2014

Sólaruppkoma


Nach langen Tagen grauverschleiernden Nebels bricht sich die Sonne ihren Weg durch die Wolkendecke. Pontus wird heute seinen ersten Spaziergang unternehmen. Und so purzelt unter den argwoehnischen Augen der Stiefmutter das lange Gestell aus dem Stall heraus. Nicht nur einmal denkt der kleine Kopf schneller, als die Beine laufen koennen.  Das Kalb schiesst in bockenden Spruengen ueber die Wiese, landet in schlammigen Pfuetzen, rutscht und kugelt und rast.
Nachdem eine badende Entenschar aufgeschreckt und die Pferde in die Flucht geschlagen wurden, folgt er dem anmutigen Trab der Prinzessin Kuh. Entzueckend!
Ach ja, und zum ersten Mal seit matheverhangenden Schultagen habe ich heute die Formel zur Berechnung des Volumens eines Zylinders angewandt. Es war also doch nicht alles umsonst!




Donnerstag, 16. Januar 2014

Der Mörder ist immer...

Schreie der Angst hallen durch den Stall. Laut und doch ungehoert. Unbeachtet bleiben die panischen Blicke und zeternden Gesten. Es wird Brot verteilt, das Wasser erneuert und Heu in die Nester gestreut. Dann das Licht ausgeknipst und mit dumpfem Schlag die Tuer verriegelt.
Waehrenddessen kauert unter den Balken der Mörder. Mit gruenblitzenden Augen und nadelspitzen Zaehnen wartet er. Mondlicht faellt durch das truebe Glas. In dieser Nacht ist er allein. Allein mit all dem Federvieh.

Der naechste Morgen gibt den ahnungslosen Zweibeinern Raetsel auf. Das weisse Gefieder einer Ente traegt rote Flecken. Doch als Taeter kommt nur eine in Frage. In ihrer Weisheit erklaeren sie die Katze fuer schuldig. Ihr Alibi, die Nacht auf einem Pferderuecken verbracht zu haben, wird mangels aussagender Zeugen nicht anerkannt. Nachdem der Raeuber in einen seperaten Raum verbannt wurde, geht man wieder zur Tagesordnung ueber. Es gibt Brot, Heu und Wasser, dann macht der Letzte das Licht aus.
Doch dies war nur der erste Streich. Die naechste Tat, die folgt sogleich.

Ein kleines Holzkreuz ragt aus einem Steinhuegel. Der Wind zaust eine gesprenkelte Feder. Hier liegen sie beide begraben, bis der Tag kommt, an dem niemand mehr stirbt. Opfer und Mörder. Vogel und Raubtier. Enterich und Mink.
Gross wie ein Eichhoernchen und braun wie eine Haselnuss war er. Waere er aelter und erfahrener gewesen, haette ich das Grab bedeutend erweitern muessen.
Im Stall posiert der Hahn mit stolzgeschwellter Brust vor seinen Damen. Ausser etlichen Federn haben sie nichts verloren. Die Enten erholen sich langsam von ihrem Schock. Nur die Katze schmollt noch immer.

Der stolze Verteidiger des Harems
Die zu Unrecht Verdaechtigte

Donnerstag, 9. Januar 2014

Ljós í myrkur

Zack - und du hockst im Dustern. Einige Strommasten hoch in den Bergen haben nach ausdauerndem Kampf der Uebermacht von Schnee und Eis nachgegeben. Und die Stromleitung gekappt.
Plötzlich ist alles still und in dir regt sich das Gefuehl des kleinen Einsiedlers auf der einsamen Insel. Nach etlichem Tasten finden deine Finger die Taschenlampe. Jetzt aber nichts wie auf zum Leuchtturm.
Draussen ist die Welt schwarz. Das Meer rauscht ungewoehnlich laut. Schemenhaft zeichnet sich der Berg gegen den Himmel ab. Der sonst so unaufhaltsam kreisende Leuchtfinger ist verschwunden. Nur eine fröstelnde Gestalt stapft durch den Schnee und die Stufen des Leuchtturms hinauf.
Zack - und die Monstermaschine von Generator faengt an zu summen. Schlagartig ist es hell. Was ist der Mensch ohne Strom?


Donnerstag, 2. Januar 2014

Goð hugmynd

"Schau dir das Leben aus neuen Perspektiven an!", dachte ich mir und warf mich den Schafen zum Frass vor. Sehr verlockend kann dieses Angebot nicht gewirkt haben, denn anstatt sich wie hungrige Raubtiere auf mich zu stuerzen, ergriffen sie panisch die Flucht. Wenig spaeter jedoch war ich von einem Kreis neugieriger Gesichter umringt. Sich aus ihrem Sicherheitsabstand herauswagend, kamen sie immer naeher. Und naeher. Es geht doch nichts ueber eine Schafnase, die begutachtend auf dich herabsieht und dir freundlich ins Gesicht pustet. Waehrend sie interessiert ueber mich hinwegschnobert, faellt mir auf, dass nur der Unterkiefer von Zaehnen geschmueckt wird. Ein pruefendes Auge wirft mir einen "Schwester-Ingeborg-3-1-braucht-'ne-Fuellung"-Blick zu. An laengst vergessene Zahnarztstuhltraumata erinnert, fahre ich auf. Die angehenden Götter in weiß stieben auseinander. Sie ziehen das gewoehnliche Heu eindeutig vor.
Was so ein kleiner Kopf fuer eine Aufregung aushalten muss! Meinen Eigenen habe ich juengst vor eine nicht geringe Aufgabe gestellt. Sieht man sich einen französischen Film mit islaendischen Untertiteln an, kann man sich vollkommen in Sprachschubladen verheddern. Aus der Französischen quellen verstaubte Vokabelzettel, welche sich allerdings nicht dem Genuschel der Schauspieler anpassen wollen. Die Islaendische ist noch ganz frisch, haelt aber auch nur eine geringe Auswahl parat. Auf dem Gipfel der Verwirrung wird die englische Schublade aufgerissen. Zu frueh gefreut, das war ein Anglizismus. Meinen im Dreieck springenden Sprachsensor ignorierend, fokussiere ich lieber auf das Auge. Bilder reden schliesslich auch. Problem besiegt, Film geliebt!