Montag, 16. September 2013

Wenn man einen richtigen Bergkvist trifft...

vor zwei Tagen...
heute!
Ich wusste es! Nachdem seit meiner Ankunft verdaechtig warmes und sonniges Wetter herrschte, zeigt Island heute sein wahres Nebelregensturmgesicht. Auf den Bergspitzen liegt Schnee und das Meer ist ein tosendes Untier, das sich schaeumend gegen die Klippen wirft. Alles in allem ein Grund zur Freude. Denn jetzt bequemen sich die Schafe von allein ins Tal, anstatt stur auf einem Bergzipfel zu hocken. Schafe, Schafe, Schafe...seit Tagen gibt es kein anderes Thema mehr. An die 250 von ihnen haben wir schon eingesammelt. Jetzt gilt es, die Restlichen aufzuspueren und nach Hause zu bringen. Also klingelt von morgens bis abends das Telefon.
 "Haben zwei Schafe am Mjoifjoerdur gesehen...habe ein Lamm gesehen, aber ohne Mutter... im Tal so und so...jaujaujau..." Und dann geht es los, den guten Hirten spielen. Oft sind wahre Tourischafe dabei, die den Sommer zum Wanderurlaub gemacht haben. Schaf heisst auf Islaendisch uebrigens kind.
Wenn man sie schliesslich in einem Gatter zusammen hat, muessen die fremden Schafe aussortiert werden. Also trennt man immer welche ab und packt sich dann eins. Leichter gesagt, als getan. Und wenn man denkt, jetzt hat man es sicher, haelt man ploetzlich ein Horn in der Hand! Oh Schreck. Dem Schaf geht es gut, aber ich habe von da an nur noch in die Wolle gegriffen.
Gestatten: Lina, kuschelig und hoffnungslos brotsuechtig
Hier irgendwo muss es sein...
Die Abende hier sind sehr gemuetlich. Danke, dass das islaendische Fernsehen englische Filme mit Untertiteln ausstrahlt! Daran, dass immer nur Krimis laufen, koennte man allerdings noch was aendern. Und dass die einzige deutsche Sendung "Sturm der Liebe" heisst...
Lustig wird es, wenn es 10 Minuten lang Nachrichten rein auf Gebaerdensprache gibt. Zuerst habe ich ein anderes Programm gesucht...Pustekuchen. Zu wissen, dass jetzt ganz Island auf einen lautlosen Bildschirm starrt und wartet...Recht so!  So sitze ich schliesslich sonst auch immer da.

Mir geht es hier ausgesprochen gut. Nachdem ich heute dem islaendischen Wetter getrotzt habe, um Prinzessin Kuh vor einer Erkaeltung zu retten, bin ich jetzt wieder warm und trocken. Die Speisekammer fuellen Blaubeersaft und Marmelade. Vielleicht laesst sich sogar noch ein moderater Krimi finden.
Der Herbst kann kommen!

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